Modernisierung der Datenarchitektur bei einem mittelgroßen deutschen Versicherer
Herausforderung
Ein mittelgroßer deutscher Versicherer mit rund 2.000 Mitarbeitenden betrieb seine Analytik-Infrastruktur auf einem gewachsenen Technologie-Stack. Die zentrale Plattform bestand aus DB2 UDB als Analytik-Datenbank, mit Daten aus einem IBM-Host-System, geladen über Talend und SAS Data Integrator und über Oracle BI an die Fachabteilungen ausgeliefert. Die Technologien waren etabliert, aber zunehmend schwer wartbar, und die Ladestrecken litten unter Performance-Problemen, die die Datenbereitstellung verlangsamten.
Zudem fehlten formale Governance-Strukturen für Datenmodellierung und Dokumentation. Die Datenstrukturen waren über Jahre organisch gewachsen, sodass neue Teammitglieder die Logik hinter bestehenden Transformationen nur schwer nachvollziehen konnten. Der geschäftliche Treiber war klar: die IT-Infrastruktur modernisieren und eine ordentliche Governance rund um Datenmodellierung und Dokumentation etablieren, um die Analytik-Plattform in einen wartbaren, erweiterbaren Zustand zu überführen.
Lösungsansatz
Alligator Company brachte ein Team von drei Beratern ein, die über 24 Monate mit zwölf Mitgliedern des internen Kundenteams zusammenarbeiteten. Das Projekt war in Phasen gegliedert: Zunächst bewertete das Team die bestehende Architektur und plante die Migration zu einer neuen, auf Data Vault basierenden Datenarchitektur.
Das Team führte Data Vault als zentrale Modellierungsmethodik ein und ersetzte die gewachsenen Datenstrukturen durch eine standardisierte, auditierbare Architektur. Das Team nutzte MID Innovator als Modellierungswerkzeug, um das Datenmodell zu formalisieren und die bislang fehlende Dokumentation zu erstellen. Das gab dem technischen Team und den Fachabteilungen einen gemeinsamen Bezugspunkt für Datenflüsse und Geschäftslogik.
Auf der Datenbankseite migrierte der Kunde von DB2 UDB auf DB2 BLU, IBMs spaltenbasierte In-Memory-Technologie. Dieser Infrastrukturwechsel adressierte die Performance-Probleme in den Ladestrecken direkt: Die spaltenbasierte Speicherung und In-Memory-Verarbeitung von DB2 BLU verkürzten Ladezeiten und Abfrageausführung erheblich. Der SAS Data Integrator übernahm weiterhin die ETL-Orchestrierung, aber die zugrunde liegende Ausführungsschicht war nun deutlich schneller.
Die Kombination aus Data-Vault-Modellierung und modellgetriebener Entwicklung über MID Innovator reduzierte den Aufwand, neue Datenstrukturen zu spezifizieren und umzusetzen. Statt jede Integration einzeln aufzubauen, wendete das Team standardisierte Muster an, die einmal im Modell definiert und konsistent über die gesamte Plattform generiert werden konnten. Dieser musterbasierte Ansatz verkürzte die Zeit von der Anforderung bis zur Umsetzung — genau die Kostenblöcke, in denen der größte Anteil des Projektaufwands lag.
Während des gesamten Engagements transferierte Alligator Company Wissen an das Kundenteam, damit die internen Mitarbeitenden die neue Architektur nach Projektende eigenständig betreiben und erweitern konnten.
Ergebnis
Die modernisierte Architektur lieferte messbare Kostensenkungen über die gesamte Analytik-Plattform. Die Kombination aus Infrastrukturmodernisierung (DB2 BLU), standardisierten Data-Vault-Mustern und modellgetriebener Entwicklung senkte die Gesamtbetriebskosten um 30–50 %, was jährlichen Einsparungen von über 200.000 EUR entspricht.
Der Kunde erhielt zudem eine dokumentierte, standardisierte Datenarchitektur, die neue Teammitglieder verstehen und erweitern können, ohne auf implizites Wissen angewiesen zu sein. Die über MID Innovator etablierten Governance-Praktiken gaben den Fachabteilungen Einblick in Datenherkunft und Modelldokumentation, die zuvor nicht existiert hatten.
- Gesamtbetriebskosten um 30–50 % gesenkt, jährliche Einsparungen von über 200.000 EUR
- Personaleffizienz und Automatisierung reduzierten den Aufwand von der Anforderung bis zur Umsetzung
- DB2-BLU-Migration löste die Performance-Probleme der Ladestrecken
- Internes Team von 12 Personen befähigt, die Architektur eigenständig zu warten und zu erweitern
Spotlights
Gesamtbetriebskosten um 30–50 % gesenkt, jährliche Einsparungen von über 200.000 EUR
Personaleffizienz und Automatisierung reduzierten den Aufwand von der Anforderung bis zur Umsetzung
DB2-BLU-Migration löste die Performance-Probleme der Ladestrecken
Internes Team von 12 Personen befähigt, die Architektur eigenständig zu warten und zu erweitern